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	<title>Digitale Demokratie</title>
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	<description>Die Politik der Informationsgesesellschaft</description>
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		<title>Aufstieg und Fall des LV17</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 16:09:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lorenz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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Schon Anfang der 2000er gab es bei der PDS den Versuch, eine digitale Parteistruktur zu schaffen. Helge Meves spielte dabei damals eine zentrale Rolle &#8211; heute ist er Referent für Bund-Länder Koordination der Bundestagsfraktion von Die Linke.
Der Audiomitschnitt, der hier zum Download steht (Creative Commons, by:sa), stammt  von einem Gespräch mit Helge Meves von einem [...]]]></description>
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<p><img class="size-full wp-image-599 alignright" title="lv17" src="http://digitale-demokratie.org/wp-content/uploads/2010/01/lv17.jpg" alt="lv17" width="270" height="188" />Schon Anfang der 2000er gab es bei der PDS den Versuch, eine digitale Parteistruktur zu schaffen. Helge Meves spielte dabei damals eine zentrale Rolle &#8211; heute ist er Referent für Bund-Länder Koordination der Bundestagsfraktion von Die Linke.</p>
<p>Der Audiomitschnitt, der hier zum Download steht (Creative Commons, by:sa), stammt  von einem Gespräch mit Helge Meves von einem Treffen der AG Digitale Demokratie in Berlin im Januar 2010. In dem geschnitten Beitrag von knapp 15 Minuten Länge lässt sich einiges über die Beweggründe  erfahren, warum es damals Bestrebungen gab, den LV17 zu gründen; warum zwei Parteitagsbeschlüsse zu ihm gefasst wurden und warum er scheiterte.</p>
<p>Audio: <a href="/wp-content/uploads/2010/01/helge_meves_200110_ag_dig_demo.mp3" target="_blank">Helge Meves zum LV17, 20. Januar 2010</a></p>
<p>Meves berichtet auch über die Aktivitäten der anderen Parteien damals, als Hubertus Heil noch &#8220;oberster Internetfreak&#8221; der SPD war &#8211; und nicht Sascha L. &#8211; und warum Meves Plattformen wie Facebook als politisches Kommunikationsmittel für überschätzt hält.</p>
<p>Hintergrundmaterial zum LV17 findet sich <a href="http://digitale-demokratie.org/wiki/index.php/Material_LV_17" target="_blank">hier</a> im AG-Wiki.</p>

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		<title>Liquid Democracy-Test im digitalen Kapitalismus</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Jan 2010 13:33:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lorenz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Informationsgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Werkzeuge]]></category>
		<category><![CDATA[kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[liquid democracy]]></category>

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&#8220;Dagegen ist das, was wir heute erleben, eine Neuordnung des gesamten Informations- und Kommunikationssystems. Und im Gegensatz zu Revolutionen nach dem Muster von 1789 oder 1917, die sich als gesellschaftliche Umwälzungen im nationalen Rahmen vollzogen, setzen sich die Formen des umfassenden kulturellen Wandels heute auf internationaler Ebene durch, und die treibende Kraft dabei sind keine [...]]]></description>
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<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="471" height="353" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=8551556&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=c22121&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="471" height="353" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=8551556&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=c22121&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>&#8220;Dagegen ist das, was wir heute erleben, eine Neuordnung des gesamten Informations- und Kommunikationssystems. Und im Gegensatz zu Revolutionen nach dem Muster von 1789 oder 1917, die sich als gesellschaftliche Umwälzungen im nationalen Rahmen vollzogen, setzen sich die Formen des umfassenden kulturellen Wandels heute auf internationaler Ebene durch, und die treibende Kraft dabei sind keine soziale Massenbewegungen, sondern Wirtschaftsinteressen.&#8221; Das schreibt der US-amerikanische Wissenschaftler Dan Schiller in der deutschen Ausgabe der Monatszeitung Le Monde Diplomatique vom Dezember 2009 unter der Überschrift &#8220;<a href="http://www.monde-diplomatique.de/pm/.dossier/finanzen.id,200912110010" target="_blank">Alles wird anders, alles wird Markt</a>&#8221; (das englischsprachige Original findet sich <a href="http://www.counterpunch.org/schiller12162009.html" target="_blank">hier</a>).</p>
<p>Tatsächlich hat das nunmehr 20-jährige Internet keinen nennenswerten Fortschritt im Sinne einer gerechteren, sozialen und demokratischen Gesellschaft hervorgebracht. Zwar kann mensch sich besser informieren und konsumieren, aber für eine politische Organisierung im großen Maßstab wird das Netz bislang nicht genutzt. Unter diesem Aspekt ist das Konzept von <a href="http://wiki.piratenpartei.de/Liquid_Democracy" target="_blank">Liquid Democracy</a> (LD) spannend, da es den technologischen Rahmen des Internets nutzt, um eine nicht zuletzt auf Kompetenz beruhende Mischform aus direkter und Räte-Demokratie zu ermöglichen. <span id="more-576"></span></p>
<p>Die Berliner Landesverband der Piratenpartei <a href="http://berlin.piratenpartei.de/index.php/2010/01/03/pressemitteilung-piratenpartei-revolutioniert-parteiinternen-diskurs-interaktive-demokratie-mit-liquid-feedback/" target="_blank">führte nun zum Jahreswechsel</a> für seine interne Organisierung solch ein LD-System ein. Das obenstehende <a href="http://media.ccc.de/browse/congress/2009/26c3-3464-de-liquid_democracy.html" target="_blank">Video</a> ist eine Aufnahme eines <a href="http://events.ccc.de/congress/2009/Fahrplan/events/3464.en.html" target="_blank">einstündigen Vortrags</a> (Folien als <a href="http://events.ccc.de/congress/2009/Fahrplan/attachments/1340_Folien" target="_blank">pdf</a>) vom Chaos Communications Congress von Ende des vergangenen Jahres. Es sprechen Leute des <a href="http://liqd.de" target="_blank">Liquid Democracy e.V</a>. <span style="text-decoration: line-through;">und Macher des</span> u.a. über das nun von der Berliner Piratenpartei genutzen Systems <a href="http://liquidfeedback.org" target="_blank">Liquid Feedback</a> (unter letzterer URL kann man auch einen Testaccount erhalten). Wer sich für die technischen Aspekte von LD interessiert, <a href="http://wiki.liqd.de/Barcamp09/Dokumentation" target="_blank">findet hier Aufzeichnungen</a> von einem Entwickler-Barcamp zum Thema im November 2009. Im Frühjahr diesen Jahres soll es eine weitere Veranstaltung geben, die sich auf den politischen und rechtlichen Rahmen konzentrieren wird.</p>
<p>Rein formal sprechen derzeit das Parteienrecht gegen den Einsatz von LD bei Wahlen; ganz abgesehen von Sicherheitsaspekten. Andererseits stellt LD oder andere webbasierte politische Systeme eine logische Folge für eine Gesellschaft dar, die insgesamt mehr und mehr ihrer gesellschaftlichen Organisierung ins Netz verlegt.</p>
<p>Die Piratenpartei ist insofern Avantgarde. Läuft die Erprobung von LD positiv, wird sie andere Parteien unter Zugzwang setzen. Für den Einsatz von LD bringen die Piraten ideale Voraussetzungen mit: Abgesehen davon, dass sie hauptsächlich aus technik- und webaffinen sowie relativ vielen engagierten Mitgliedern besteht, gibt es keinen althergebrachten Parteiapparat, der sich gegen eine faktische Entmachtung durch eine basisdemokratische Organisierung stemmen könnte.</p>
<p><span style="font-family: Verdana,Arial,Helvetica,sans-serif;"><br />
</span></p>

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		<title>Buch: Digitale Demokratie &#8211; alles auf Anfang</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Nov 2009 08:48:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lorenz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Informationsgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>

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Unlängst erschien das Buch &#8220;Digitale Demokratie &#8211; alles auf Anfang&#8221; online (scribd &#8211; bei netzpolitik.org als pdf-Download) &#8211; es ist auch in gedruckter Form erhältlich.
Es dokumentiert Ergebnisse und Positionen der &#8220;Unkonferenz&#8221; reboot_d vom September diesen Jahres.
Damals trafen sich rund 50 Leuten und sprachen etwa über Gesetzgebung 2.0 und OpenData. Das Buch, das unter einer Creative [...]]]></description>
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<p><img class="size-full wp-image-572 alignright" style="border: 1px solid black;" title="reboot" src="http://digitale-demokratie.org/wp-content/uploads/2009/11/reboot.png" alt="reboot" width="240" height="208" />Unlängst erschien das Buch &#8220;<a href="http://www.reboot-d.de/doku.php" target="_blank">Digitale Demokratie &#8211; alles auf Anfang</a>&#8221; online (scribd &#8211; bei netzpolitik.org als <a href="http://www.netzpolitik.org/wp-upload/Reboot-D-Digitale-Demokratie-Alles-auf-Anfang.pdf" target="_blank">pdf-Download</a>) &#8211; es ist auch in gedruckter Form erhältlich.</p>
<p>Es dokumentiert Ergebnisse und Positionen der &#8220;Unkonferenz&#8221; <a href="http://www.reboot-d.de/" target="_blank">reboot_d</a> vom September diesen Jahres.</p>
<p>Damals trafen sich rund 50 Leuten und sprachen etwa über Gesetzgebung 2.0 und OpenData. Das Buch, das unter einer Creative Commons Lizenz erschienen ist, enthält etwas 20 Beiträge und Interviews zu dem Themenkomplex.</p>

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		<title>Brandenburg: Internet und Datenschutz im Koalitionsvertrag</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Nov 2009 22:04:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen P.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Informationsgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>

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Der rot-rote Koalitionsvertrag in Brandenburg, der wahrscheinlich durch die Parteitage von Linkspartei und SPD genehmigt wird der durch die Parteitage von Linkspartei und SPD genehmigt wurde, enthält, anders als sein Vorgänger aus 2004 zwischen CDU und SPD, einige Punkte zur Informationsgesellschaft:
Der Ausbau der Breitbandinternet-Infrastruktur in Brandenburg ist eine notwendige Voraussetzung zur Sicherung und Entwicklung des [...]]]></description>
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<p>Der rot-rote <a href="http://www.dielinke-brandenburg.de/fileadmin/Koalition/Koalitionsvertrag.pdf" target="_blank">Koalitionsvertrag in Brandenburg</a>, <span style="text-decoration: line-through;">der wahrscheinlich durch die Parteitage von Linkspartei und SPD genehmigt wird</span> der durch die Parteitage von Linkspartei und SPD genehmigt wurde, enthält, anders als sein <a href="http://www.brandenburg.de/media/1102/koavertrag.pdf" target="_blank">Vorgänger aus 2004</a> zwischen CDU und SPD, einige Punkte zur Informationsgesellschaft:</p>
<p><em>Der Ausbau der Breitbandinternet-Infrastruktur in Brandenburg ist eine notwendige Voraussetzung zur Sicherung und Entwicklung des Standortes Brandenburg. (&#8230;) Der Wettbewerb der Netzanbieter alleine wird die bestehende quantitative und qualitative Unterversorgung nicht beseitigen können. </em><em>(&#8230;)</em><em> Wir werden mit den Netzanbietern den Dialog fortsetzen. Es ist unser Ziel, alle verfügbaren Netze so auszubauen, dass jedem Brandenburger ein hochleistungsfähiger Breitbandinternetanschluss zur Verfügung steht.<span id="more-543"></span></em></p>
<p>Richtig ist dabei, dass es immer noch viele Gebiete in Brandenburg (und anderswo) gibt, in denen es Internet nur per ISDN gibt. Bahnbrechend ist der Ansatz im Koalitionsvertrag aber nicht, denn hier wird ein bereits vorhandenes Lieblingsprojekt der Brandenburger Staatskanzlei fortgesetzt. Leider wird das Vorhandensein von leistungsfähigen Internetanschlüssen nur als Standortfaktor betrachtet und nicht auch als ein demokratisch notwendiges Grundrecht jedes einzelnen Bürgers. Die Erkenntnis, dass der Markt auch hier nicht alles regelt, ist richtig. Aber man will es dennoch mit diesen Wettbewerbern lösen, was wohl mindestens auch auf  Formen von Subvention hinauslaufen dürfte. Die Idee, das Problem auch durch Förderung partizipativer Bürgernetze wie z.B. <a href="http://www.freifunk-brb.de/" target="_blank">Freifunk</a> in Angriff zu nehmen, scheint in linken Kreisen nur partiell angekommen zu sein.</p>
<p>Ein tatsächliche Neuerung soll es dagegen beim Datenschutz geben. Die Kompetenzen des Datenschutzbeauftragten werden in einer neuen Behörde auf den privatwirtschaftlichen Bereich ausgeweitet, bisher ist dieser Bereich nur als eine Abteilung beim Innenministerium angesiedelt:</p>
<p><em>Die Koalition wird den institutionellen Datenschutz stärken. Dazu soll die Aufsicht über den der öffentlichen und nicht-öffentlichen Bereich(e) in einer Behörde zusammengefasst und unabhängig wahrgenommen werden.</em></p>
<p>Einen Prüfauftrag gibt es für den Ausbau von digitalen internen Verwaltungsstrukturen und für E-Government. Dass der Pflege von öffentlichen Webseiten wie brandenburg.de (also wohl Relaunch) ein eigener Satz gewidmet ist, ist vielleicht lustig, aber sollte doch eigentlich überflüssig sein.</p>

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		<title>Telekom-Paket Zusatz 138: Parlament von seinen Verhandlern betrogen</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 18:56:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Dietrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[digitale Bürgerrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Netzsperre]]></category>
		<category><![CDATA[Telekom Paket]]></category>

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Der folgende Text ist eine Übersetzung der Pressemitteilung der französischen NGO La QUadreute du Net zu den gestrigen Verhandlungen im Europaparlament um Zusatz 138. Der Text wurde freundlicherweise im Umfeld der AK Zensur übersetzt.
Brüssel, 14. Oktober 2009 &#8211; die Verhandlungen über das Telekommunikationspaket haben eine für Bürgerrechte und Freiheiten
besorgniserregende Wende genommen. Die Delegation des Europäischen [...]]]></description>
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<p>Der folgende Text ist eine Übersetzung der <a href="http://www.laquadrature.net/en/amendment-138-the-parliament-betrayed-by-its-negotiators">Pressemitteilung</a> der französischen NGO La QUadreute du Net zu den gestrigen Verhandlungen im Europaparlament um Zusatz 138. Der Text wurde freundlicherweise im Umfeld der <a href="http://ak-zensur.de/">AK Zensur </a>übersetzt.</p>
<p><strong>Brüssel, 14. Oktober 2009 &#8211; die Verhandlungen über das Telekommunikationspaket haben eine für Bürgerrechte und Freiheiten</strong></p>
<p>besorgniserregende Wende genommen. Die Delegation des Europäischen Parlaments wurde von seinen Verhandlern betrogen, angeführt von Catherine Trautmann (Sozialisten und Demokraten, S&amp;D, die SPD ist in dieser Gruppe Mitglied) und Alejo Vidal-Quadras (Europäische Volkspartei, EPP, u.a. CDU/CSU). In totalem Widerspruch zu dem Mandat, das ihnen ihre Kollegen stellvertretend für das Parlament gegeben hatten, willigten die Verhandler unilateral ein, als Arbeitsgrundlage einen Vorschlag des EU-Ministerrates zu verwenden, der Bürgerrechte negiert. Siehe dazu den <a href="http://www.laquadrature.net/en/telecoms-package-does-the-council-of-eu-hate-freedom">Hintergrundbericht</a> der französischen NGO La Quadrature de Net. Dieser gefährliche Vorschlag ist nun auf dem Weg, den Zusatz 138 zu ersetzen, für den sich das Parlament zweimal mit einer Mehrheit von 88% ausgesprochen hat.</p>
<p><span id="more-537"></span></p>
<p>Am Mittwochmorgen hatte die Parlamentsdelegation ihren Verhandlern ein klares Mandat gegeben. Wenige Stunden zuvor hatte der Verwaltungsdienst des Europäischen Parlaments eine zweifelhafte <a href="http://www.laquadrature.net/wiki/EP_legal_service_138_analysis">rechtliche Analyse</a> herausgegeben, mit der ein Aufgeben des Zusatzes 138, der Bürgerrechte sichert, gerechtfertigt wurde. Dank einer beeindruckenden <a href="http://www.laquadrature.net/wiki/URGENT_action_save_am138_against_horrible_compromise#Key_points">Mobilisierung</a> von Bürgern in ganz Europa wurden MdEPs informiert, wie wichtig es ist, Bürgerrechte im Zusatz 138 sicherzustellen. Mehrere MdEPs stellten sich deshalb mit Nachdruck gegen die Analyse der Verwaltung, und die Delegation trug ihren Verhandlern auf, diese Analyse in den kommenden trilateralen Gesprächen nicht zu berücksichtigen. Zuvor hatte die Delegation bereits beschlossen, dass die Verhandlungen alle drei Texte zur Grundlage haben sollten: Zusatz 138, den Kompromiss des Rates aus<br />
zweiter Lesung und den neuen Vorschlag.</p>
<p>Ungeachtet dessen verletzten die Verhandler ihr Mandat in dem trilateralen Gespräch mit Vertretern des Rates und der Kommission, indem sie ihr Einverständnis gaben, dass der letzte Woche präsentierte falsche &#8220;Kompromiss&#8221; die Basis der folgenden Verhandlungen sein würde. Damit gaben sie das Prinzip auf, dass Internetzugänge nur durch &#8220;vorherigen<br />
Beschluss einer richterlichen Autorität&#8221; eingeschränkt werden dürfen, und ignorierten damit den Kern dessen, was das Europäische Parlament zweimal mit einer Mehrheit von 88% beschlossen hatte.</p>
<p>&#8220;Diese Kehrtwende untergräbt die Macht des Parlaments in besorgniserregender Weise. Sie zeigt einen schweren Mangel an<br />
Transparenz und demokratischer Glaubwürdigkeit in den europäischen Institutionen. Die Verhandler unter der Führung von Catherine Trautmann haben sich entschieden, das Mandat zu ignorieren, das sie von der Parlamentsdelegation bekommen hatten, und eine Verhandlungsbasis zu akzeptieren, die Bürgerfreiheiten reduziert im Vergleich dem Niveau, das mit der Europäischen Menschenrechtskonvention etabliert wurde&#8221;, analysiert Philippe Aigrain, Mitgründer der Bürgerlobbygruppe La<br />
Quadrature du Net.</p>
<p>Der neue Vorschlag könnte den Mitgliedsländern das Recht geben, in nationaler Internet-Gesetzgebung Ausnahmen vom Recht auf ordentliche Gerichtsverfahren vorzusehen. Dadurch kommt der Vorschlag einer Legitimation von Orwellscher Überwachung im Netz gleich. Selbst die Meinung des Verwaltungsdienstes (siehe dazu die <a href="http://www.laquadrature.net/wiki/EP_legal_service_138_analysis">Analyse</a> von La Quardature du Net), Gegenargumente werden gesammelt und werden in den nächsten Tagen veröffentlicht, <a href="http://www.laquadrature.net/wiki/Amendement_138_is_compatible_with_95_CE">Entwurf</a> unter, die darauf zugeschnitten scheint, um die Position des Rates während der Verhandlungen zu unterstützen, ergibt keine Rechtfertigung, diesen Text<br />
als neue Verhandlungsbasis zu nehmen. Der originale Zusatz 138 könnte falls nötig angepasst werden, um der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs zu entsprechen.</p>
<p>&#8220;Als das Parlament den Zusatz 138 zweimal angenommen hat, hatte es mutig ausgesprochen, dass ein freier Zugang zum Internet ein wesentlicher Teil von grundsätzlichen Freiheitsreichten ist und nicht ohne eine richterliche Entscheidung eingeschränkt werden kann. Frau Trautmann und Herr Vidal-Quadras haben dem Rat der EU geholfen, Bürgerrechte<br />
willkürlich einzuschränken. Dieses unerhörte Manöver könnte die Tür für &#8220;three strikes&#8221;-Regeln öffnen, für Inhaltsbeschränkungen und -filterungen im Internet in ganz Europa&#8221;, schließt Jérémie Zimmermann,<br />
Mitgründer und Sprecher von La Quadrature.</p>
<p>** About la Quadrature du Net **</p>
<p>La Quadrature du Net (Squaring the Net) is citizen group informing about legislative projects menacing civil liberties as well as economic and social development in the digital age.</p>
<p>La Quadrature du Net informs citizens, public authorities, organizations, corporations.</p>
<p>It works with everyone to elaborate balanced alternative solutions.</p>
<p>La Quadrature du Net is supported by French, european and international NGOs including the Electronic Frontier Foundation, the Open Society Institute and Privacy International.</p>
<p>List of supporting organisations : <a href="http://www.laquadrature.net/en/they-support-squaring-net-la-quadrature-du-net">http://www.laquadrature.net/en/they-support-squaring-net-la-quadrature-du-net</a></p>

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		</item>
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		<title>Vorträge über Freie Software und Eigentum abrufbar</title>
		<link>http://digitale-demokratie.org/2009/vortrage-uber-freie-software-und-eigentum-abrufbar/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Oct 2009 09:19:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen P.</dc:creator>
				<category><![CDATA[AG Digitale Demokratie]]></category>

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		<description><![CDATA[

Zwei Vorträge über Freie Software und Eigentum, die Torsten Grote und Stefan Meretz auf dem letzten Treffen der AG Digitale Demokratie hielten, sind jetzt auf keimform.de als Sildecasts sowie Audio- und PDF-Dateien abrufbar. Vielen Dank für die gute Aufbereitung!
Link: Die digitale LINKE mag Freie Software


]]></description>
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<p>Zwei Vorträge über Freie Software und Eigentum, die Torsten Grote und Stefan Meretz auf dem letzten Treffen der AG Digitale Demokratie hielten, sind jetzt auf keimform.de als Sildecasts sowie Audio- und PDF-Dateien abrufbar. Vielen Dank für die gute Aufbereitung!</p>
<p>Link: <a href="http://www.keimform.de/2009/10/13/die-digitale-linke-mag-freie-software/" target="_blank">Die digitale LINKE mag Freie Software</a></p>

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		</item>
		<item>
		<title>Da fehlt doch was!</title>
		<link>http://digitale-demokratie.org/2009/da-fehlt-doch-was/</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Oct 2009 10:43:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen P.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Bürgerrechte]]></category>

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		<description><![CDATA[

&#8220;Informationsgesellschaft
11. Digitale Demokratie stärken

Die Linke wird sich für einen diskriminierungsfreien Zugang aller Menschen zur Informationsgesellschaft einsetzen, sich für die Freiheit im Internet stark machen und die demokratiegefährdende anlass- und verdachtslose Durchleuchtung der Nutzer/innen moderner Kommunikationstechniken (z.B. durch Vorratsdatenspeicherung) nicht hinnehmen.&#8221;
So oder so ähnlich könnte der 11. Absatz zum Themenbereich Netzpolitik lauten, der im Sofortprogramm der [...]]]></description>
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<p><em>&#8220;<strong>Informationsgesellschaft</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
11. Digitale Demokratie stärken<br />
</span></em></p>
<p><em>Die Linke wird sich für einen diskriminierungsfreien Zugang aller Menschen zur Informationsgesellschaft einsetzen, sich für die Freiheit im Internet stark machen und die demokratiegefährdende anlass- und verdachtslose Durchleuchtung</em><em> der Nutzer/innen moderner Kommunikationstechniken (z.B. durch Vorratsdatenspeicherung) nicht hinnehmen.&#8221;<span id="more-518"></span></em></p>
<p>So oder so ähnlich könnte der 11. Absatz zum Themenbereich Netzpolitik lauten, der im <a href="http://www.linksfraktion.de/positionspapier_der_fraktion.php?artikel=7707238940" target="_blank">Sofortprogramm</a> der Linksfraktion im Bundestag noch fehlt. Dass es in der Linkspartei mittlerweile viele Menschen gibt, die sich in diesem Themenbereich auskennen, ist inzwischen bewiesen &#8211; nur verstärkt einbringen müssen sie sich noch.</p>

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		<title>Musterbriefe: Anfragegenerator für BKA&amp;Co</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Oct 2009 12:31:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lorenz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Bürgerrechte]]></category>

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		<description><![CDATA[

Die Datenschutzgruppe der Roten Hilfe stellt einen Anfragegenerator zur Verfügung. Damit lassen sich PDFs zum Audruck erzeugen. Diese Musterbriefe genügen den formalen Bedingungen, um bei diversen Behörden Auskunft zu erhalten, ob Daten über einen vorgehalten werden.
Im Wiki von datenschmutz.de sollen darüberhinaus Infos zu den diversen Datenbanken von &#8220;Sicherheits- und Repressionsbehörden&#8221;gesammelt werden.


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<p><img class="size-full wp-image-510 alignright" title="volkszählung" src="http://digitale-demokratie.org/wp-content/uploads/2009/10/volkszählung.png" alt="volkszählung" width="220" height="186" />Die Datenschutzgruppe der Roten Hilfe stellt einen <a href="http://www.datenschmutz.de/cgi-bin/moin.cgi/AuskunftErsuchen" target="_blank">Anfragegenerator zur Verfügung</a>. Damit lassen sich PDFs zum Audruck erzeugen. Diese Musterbriefe genügen den formalen Bedingungen, um bei diversen Behörden Auskunft zu erhalten, ob Daten über einen vorgehalten werden.</p>
<p>Im Wiki von <a href="http://www.datenschmutz.de/cgi-bin/moin.cgi/FrontPage" target="_blank">datenschmutz.de</a> sollen darüberhinaus Infos zu den diversen Datenbanken von &#8220;Sicherheits- und Repressionsbehörden&#8221;gesammelt werden.</p>

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		<title>Einladung Treffen 10. Oktober 2009 Berlin</title>
		<link>http://digitale-demokratie.org/2009/einladung-treffen-10-oktober-2009-berlin/</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Oct 2009 12:19:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lorenz</dc:creator>
				<category><![CDATA[AG Digitale Demokratie]]></category>

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		<description><![CDATA[

Am Samstag, den 10. Oktober 2009, trifft sich die AG Digitale Demokratie in Berlin.
Helle Panke e.V.
Kopenhagener Str. 9
10437 Berlin
EINGELADEN SIND ALLE INTERESSIERTEN.
Angesetzt ist der Zeitraum 10 bis 18 Uhr.
Der Tag teilt sich in zwei Blöcke: einmal geht um den Bereich Freie Software und wie eine progressive Position dazu aussehen kann. Zweitens geht es darum, die [...]]]></description>
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<p><img class="size-full wp-image-502 alignright" title="helle_panke" src="http://digitale-demokratie.org/wp-content/uploads/2009/10/helle_panke.png" alt="helle_panke" width="300" height="168" />Am Samstag, den 10. Oktober 2009, trifft sich die AG Digitale Demokratie in Berlin.</p>
<p><a href="http://www.helle-panke.de/" target="_blank">Helle Panke e.V.</a></p>
<p>Kopenhagener Str. 9</p>
<p>10437 Berlin</p>
<p>EINGELADEN SIND ALLE INTERESSIERTEN.</p>
<p>Angesetzt ist der Zeitraum <strong>10 bis 18 Uhr.</strong></p>
<p>Der Tag teilt sich in zwei Blöcke: einmal geht um den Bereich Freie Software und wie eine progressive Position dazu aussehen kann. Zweitens geht es darum, die Arbeitsweise der Arbeitsgruppe selbst zu besprechen und zu regeln.</p>
<p><span id="more-501"></span></p>
<p><strong>Zum Auftakt</strong> gibt es zwei Vorträge zum Thema Freie Software:</p>
<p>Torsten Grote (Free Software Foundation Europe &#8211; <a href="http://www.fsfe.org/index.de.html" target="_blank">Link</a>),</p>
<p>Stefan Meretz  (Oekonux &#8211; <a href="http://www.oekonux.de/" target="_blank">Link</a>).</p>
<p>Danach wird diskutiert und hoffentlich eine Gruppe gebildet,<br />
die ein Positionspapier der AG ausarbeitet.</p>
<p><strong>Anschließend</strong> geht es um die Arbeitsweise und Form der AG: Es wird über einen Satzungsentwurf debattiert. Darin soll die Verbindlichkeit der Struktur, die Arbeitsweise, die Entscheidungsfindungen innerhalb der AG geregelt werden.</p>

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		</item>
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		<title>Die Demokratie-Maschine</title>
		<link>http://digitale-demokratie.org/2009/die-demokratie-maschine/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Sep 2009 08:23:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lorenz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Informationsgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[Werkzeuge]]></category>
		<category><![CDATA[liquid democracy]]></category>
		<category><![CDATA[open government]]></category>

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		<description><![CDATA[

Die Zeit des Web 3.0 scheint auf – und mit ihr neue Möglichkeiten der politischen Teilhabe. Doch die meisten Parteien verschlafen die digitale Revolution.
Es sind schwierige Zeiten für die Zwischenhändler der Information. Allerorten kämpfen sie mit dem Umbruch: Die Musikindustrie ist seit Jahren in Schwierigkeiten; Verlage und Autoren hadern mit digitalen Publikationsmodellen – von der [...]]]></description>
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<p><strong><img class="size-full wp-image-496 alignright" title="anitke_wahlmaschine" src="http://digitale-demokratie.org/wp-content/uploads/2009/09/anitke_wahlmaschine.jpg" alt="anitke_wahlmaschine" width="300" height="201" />Die Zeit des Web 3.0 scheint auf – und mit ihr neue Möglichkeiten der politischen Teilhabe. Doch die meisten Parteien verschlafen die digitale Revolution.</strong></p>
<p>Es sind schwierige Zeiten für die Zwischenhändler der Information. Allerorten kämpfen sie mit dem Umbruch: Die Musikindustrie ist seit Jahren in Schwierigkeiten; Verlage und Autoren hadern mit digitalen Publikationsmodellen – von der Krise der Printmedien ganz zu schweigen.</p>
<div>
<p>Zum Kreis der Vermittler gehören auch die politischen Parteien. Ihr greller und geschwätziger Wahlkampf im Netz kann aber über die vorherrschende Ahnungs- und Visionslosigkeit dem Universalmedium Internet gegenüber nicht hinwegtäuschen.</p>
<p><span id="more-494"></span></p>
<p>Das Netz hat sich binnen 20 Jahren als <em>die</em> gesellschaftliche Infrastruktur etabliert. Es durchdrang den Alltags subtil und nebenbei. Inzwischen ist die Steinzeit des WWW längst vorbei – und auch seine Frühe Neuzeit geht schon zu Ende. Derzeit dämmert das Web 3.0 herauf, das „semantische Internet“ läutet das Industriezeitalter des Netzes ein. Dessen Maschinen und Fließbänder werden Softwareanwendungen sein, welche die enormen Datensätze, die unsere Gesellschaften erzeugen, sinnvoll sortieren und verarbeiten.</p>
<p>Im Web 3.0 wird es dem Einzelnen möglich sein, selbstständig verschiedenste Informationen in einen Zusammenhang zu setzen, sie so zu durchdringen und mit ihnen zu hantieren. Aufgabenbereiche vieler öffentlicher aber auch privatwirtschaftlicher Einrichtungen, die dies derzeit hochspezialisiert erledigen, werden damit überflüssig. Für sie gilt es, sich umzuorientieren: weg vom Bearbeiten der Inhalte hin zu Anbietern von Anwendungen der Inhaltsbearbeitung.</p>
<p><strong><span>Schnittstelle zu öffentlichen Daten</span></strong></p>
<p>In Ansätzen versucht die Obama-Administration diesem Wandel in den USA gerecht zu werden. Sie treibt eine OpenGovernment-Initiative voran und schafft unter <a href="http://www.data.gov/" target="_blank">www.data.gov</a> eine Schnittstelle zu öffentlichen Daten. In Deutschland sind solche Bemühungen den meisten Parteien gänzlich fremd. Sie scheinen nicht einmal zu ahnen, dass ihre Vermittlungsfunktion in der gegenwärtigen Form überflüssig wird. Einig sind sich alle nur, dass Datenschutz wichtig ist und irgendwie die Medienkompetenz in der Bevölkerung vorangebracht werden muss.</div>
<div>
<p>CDU und CSU sehen in ihren Wahlprogramm das Netz vor allem als einen Ort, der reguliert gehört und in dem ein Datenschutz mit „Augenmaß“ erfolgt. Das Versprechen, keineswegs den „gläsernen Bürger“ anzustreben, klingt angesichts der Einführung von biometrischen Pässe und der Befürwortung von neuen Überwachungstechnologien recht unglaubwürdig. Die Sozialdemokraten wollen immerhin mittels des Internets den „demokratischen Beteiligungsprozess“ stärken. Auch der Diskurs über das geistiges Eigentum ist nicht spurlos an ihnen vorübergegangen – es wird die „Prüfung einer Kultur-Flatrate“ angestrebt. Solche Ansinnen sind mit Besitzstandswahrern wie der FPD nicht zu haben. Die Liberalen sprechen lieber vollmundig von der „Internetrepublik Deutschland“ und ziehen gegen Zensurbemühungen vom Leder – ob sich die FDP bei möglichen Koalitionsverhandlungen für Schwarz-Gelb damit durchsetzen kann, bleibt allerdings abzuwarten.</p>
<p>Bei der Linkspartei wird das Thema Internet unter der Forderung nach einer „digitalen Medienordnung“ mitbehandelt. Diese ist aber mehr auf althergebrachte Medien und deren Produktionsbedingungen fokussiert; das Netz wird nur gestreift: Die „digitale Wissensarbeit“ soll „wieder öffentlicher Regulierung unterstellt“ werden, ein Recht auf Privatkopie erhalten bleiben.</p>
<p>Einzig die Grünen räumen in ihrem Wahlprogramm ein ganzes Kapitel dem „freien Internet“ ein. Dort tauchen Stichworte wie Transparenz, Informationsfreiheit und Partizipation auf. Auch an anderer Stelle im Programm wird auf das Netz eingegangen – es wird offensichtlich als ein Querschnittsthema begriffen.</p>
<p><strong><span>Die Zukunft: Liquid Democracy</span></strong></p>
<p>In diesen Gewässern fischt auch die Piratenpartei. Aller Voraussicht nach wird der politische Newcomer dieses Mal nicht die Fünfprozenthürde knacken. Verliert sie nach der Wahl allerdings nicht zu viel Dynamik in den Mühen der Ebene, wird sie die anderen Parteien in Sachen Beteiligungsformen aber weiter vorantreiben können. Die Piraten sind jetzt schon äußerst transparent organisiert, viele Vorgänge innerhalb ihres Apparats sind online einsehbar und werden von Mitgliedern und Interessierten diskutiert.</p>
<p>In dem Parteilabor wird auch von „Liquid Democracy“ gesprochen – ein Konzept, das vor einigen Jahren in den USA erdacht wurde. Es setzt auf webbasiertes hochvariables politisches Mitwirken: Wähler können ihre Stimme verteilen. Beispielsweise kann ich für den einen Bereich meine Stimme einer Partei übertragen. Für einen anderen Themenkomplex kann ich eine Einzelperson beauftragen, als kompetenten und vertrauenswürdigen Agenten eine Entscheidung für mich mit zu fällen. Will ich in einer dritten Frage lieber selbst unmittelbar mitarbeiten und abstimmen, bleibt dieser „Stimmenteil“ bei mir. Die Verteilung kann jederzeit variiert werden – die Intensität der politischen Teilhabe ist von Bereich zu Bereich fließend – deshalb „<a href="http://wiki.piratenpartei.de/Liquid_Democracy" target="_blank">Liquid Democracy</a>“.</p>
<p><strong><span>Teilhabe on-demand</span></strong></p>
<p>Wenn Fragen von Sicherheit und Verlässlichkeit sowie des Zugangs aller zum Internet geklärt sind, steht aus logistischer Sicht solch einer Form von Basisdemokratie nichts im Wege. Dass ein derartiger Umbruch des Politiksystems schrittweise erfolgen wird und erlernt werden muss, ist selbstverständlich. Aber vielleicht ist der Zeitpunkt, damit zu beginnen, so günstig wie nie. Der Klimawandel und die Wirtschaftskrise, deren nächster Schub in den kommenden Monaten ins Haus steht, schreien förmlich nach einer radikalen Veränderung von Arbeitswelt und Konsummodell. Ohne eine neue Organisierung der Gesellschaft wird das nicht gehen.</p>
<p>Kein Wunder, dass Anhänger der Piratenpartei oft das bedingungsloses Grundeinkommen befürworten. Stellt es doch eine recht ideologielose, greifbare Utopie dar. Es würde neue Arbeitsmodelle jenseits des Wachstums-Dogmas ermöglichen, ließe sich mit einem Wirtschaftsmodell der Produktion on-demand vereinen und würde Raum schaffen für politische Beteiligung on-demand.</p>
<p>Festzuhalten bleibt: Das Netz ermöglicht einen hohen Grad der Mit- und Selbstbestimmung, den immer mehr Menschen auch in Anspruch nehmen wollen. Wenn die herkömmlichen Parteien die Möglichkeiten dieser Demokratie-Maschine nicht ihn ihre Politikformen und Vorstellungen von Gesellschaft integrieren, werden sie in den kommenden Jahren rapide an Bedeutung verlieren.</p>
<p>(Zuerst erschienen <a href="http://www.freitag.de/politik/0939-digitale-demokratie-internet-teilhabe-programme-parteien?searchterm=matzat" target="_blank">auf freitag.de</a> / 25.9.09)</p>
<p>(Bild: Antike Wahlmaschine/<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kleroterion" target="_blank">Kleroterion</a>)</div>

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