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	<title>Digitale Demokratie &#187; Datenschutz</title>
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	<description>Die Politik der Informationsgesesellschaft</description>
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		<title>Macht und Verwaltung im postinstitutionellen Staat</title>
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		<pubDate>Fri, 28 May 2010 12:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Bürgerrechte]]></category>
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		<category><![CDATA[Informationsdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Frage]]></category>
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		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Ziel des E-Government ist die Digitalisierung aller Verwaltungsvorgänge: Elektronischer Personalausweis, digitale Gesundheitskarte und Jobcard-Verfahren statten demnächst alle BürgerInnen mit eindeutigen und rechtsverbindlichen digitalen Identitäten aus. Mit der elektronischen Identität wandern die Schnittstellen zur staatlichen Verwaltung in die Brieftaschen der BürgerInnen. Der Mensch ist somit virtuell immer im Beisein des Staates. Dies ist keine „orwellianische Figur“ – der Staat beobachtet die Menschen nicht permanent, er gibt ihnen „lediglich“ ein digitales Medium, mit dem sie sich selbst dokumentieren können und somit für den Staat lesbar werden. Das Wissen darum, dass alles Handeln automatisch personenbezogen gespeichert wird, befördert Selbst-Regierung durch Selbst-Disziplinierung. Der herkömmliche Datenschutz wird zunehmend seiner Grundlagen entledigt; Aussichten auf Emanzipation liegen in Ausgestaltungsformen, die für BürgerInnen ein Maximum an Verfügungsgewalt an sämtlichen Daten gestattet: Das würde konsequenterweise bedeuten, dass keine Transaktion mit Daten einer Person stattfinden kann, ohne dass diese die Verwendung dieser konkreten Daten zuvor authentifiziert hat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p><strong><em> </em></strong></p>
<p><a rel="attachment wp-att-16" href="http://digitale-demokratie.org/2008/vom-ende-des-datenschutzes/datenschutz/"><img class="size-thumbnail wp-image-16 alignright" src="http://digitale-demokratie.org/wp-content/uploads/2008/09/datenschutz-150x150.jpg" alt="Datenschutz" width="150" height="150" /></a></p>
<p><strong><em>Thesen zum eGovernment, von Christoph Engemann und Norbert Schepers</em></strong></p>
<p>Staat ist ohne Verwaltung nicht denkbar – was ist Verwaltung? Verwaltung ist die organisierte Implementierung und Durchsetzung der staatlichen Ziele und Programme. Sie wirkt auf die Gesellschaft und ihre Mitglieder in zielorientierter Weise ein. Die Ziele der Verwaltung werden durch die Politik bestimmt und sollten Gegenstand demokratischer Entscheidungsfindung sein.</p>
<p>Verwaltung ist räumlich und zeitlich im (gesellschaftlichem) Leben präsent. Noch jedes Dorf hat eine Amtsstelle, jeder Mensch durchläuft im Lebenslauf von Geburt über Schule, Standesamt, Steuerbehörde bis zum Tod verschiedene Verwaltungsstationen.</p>
<p>Unter informationstechnischen Bedingungen verändert sich Verwaltung. Die Schnittstellen zu Verwaltung waren Institutionen aus <em>Brick and Mortar</em>. <strong>An die Stelle dieser Institutionen treten nun digitale Schnittstellen.<span id="more-614"></span></strong></p>
<p>Ein Beispiel hierfür ist die LKW-Maut. An Stelle von steinernen Mautstellen, die den Verkehrsfluss behindern, sind in Deutschland On Board Units auf den Fahrzeugen getreten, welche die Maut satellitengestützt und entfernungsabhängig erheben. Faktisch ist damit die Schnittstelle zum Verwaltungsprozess in die LKWs gerückt und zum Teil des Fahrzeugs geworden.</p>
<p>Biopolitische Verwaltungen, wie u.a. das Gesundheitswesen, das Ausbildungswesen und das Strafwesen, befinden sich in ähnlichen Entwicklungen, die mit <strong>E-Government</strong> bezeichnet werden.</p>
<p>Kernstück von E-Government ist die <strong>Digitalisierung der Verwaltungsvorgänge, d.h. die Ablösung des Papiermediums und seine Ersetzung durch digitale Medien</strong>. Es handelt sich dabei um eine informationstechnisch und juristisch außerordentlich komplexe Entwicklung, die in Deutschland seit mehr als 15 Jahren betrieben wird; <strong>Hauptfeld der konkreten Projekte ist die Sozialpolitik</strong>.</p>
<p>Verwaltung kann nur da funktionieren, wo sie Menschen eindeutig identifizieren kann. Im Realraum geschieht dies mittels Papier: Personalausweis, Pässe etc.</p>
<p>Digitale Verwaltung, die über das Internet abgewickelt wird, benötigt ebensolche Identifikationsmittel. Die digitale Identität steht entsprechend auch an erster Stelle der E-Government Projekte: elektronischer Personalausweis (ePA), digitale Gesundheitskarte und Jobcard Verfahren statten alle Bundesbürger mit solchen staatlich anerkannten digitalen Identitäten aus. Die Einführung einer bundeseinheitlichen Steuernummer TIN (Taxpayer Identification Number) gehört ebenfalls in diesen Zusammenhang.</p>
<p>Mit der elektronischen Identität wandern die Schnittstellen zu staatlichen Verwaltungsprozessen in die Brieftaschen der Bürger. Jeder Internetanschluss kann zum Verwaltungsportal werden. <strong>Der Mensch ist virtuell immer im Beisein des Staates.</strong></p>
<p>Dies ist keine „orwellianische Figur“ – der Staat beobachtet die Menschen nicht permanent (zumindest ist dies nicht der Regelfall für die Breite der Bevölkerung und nicht die ursprüngliche Intention der beschriebenen Systeme), er gibt ihnen ‚lediglich’ ein digitales Medium, mit dem die Menschen sich selbst dokumentieren, <em>sich aufschreiben</em> können und somit für den Staat lesbar werden. Anstelle der <em>orwellianischen top-down visibility</em> tritt eine <em>post-orwellianische bottom up visibility</em>: man kann aufzeichnen, was man wann und wo tut. Beispiele sind hier Gesundheitspräventionsprogramme im Zusammenhang mit der Gesundheitskarte, bei denen das Training in Echtzeit in die Gesundheitsakte übertragen wird.</p>
<p>Hier werden Verwaltungsakte <em>postinstitutionell</em>: Handlungen finden weiterhin im Hinblick auf staatlich definierte Ziele statt (hier Gesundheitsprävention), jedoch nicht in einem institutionellem Rahmen, sondern außerhalb der Grundmauern solcher Gebäude an einem beliebigen Ort. <strong>Die staatliche Macht verschwindet damit nicht, obwohl sie im Realraum weniger präsent ist.</strong></p>
<p>Die Bedeutung, Potentiale und Gefahren dieses permanenten Beiseins sind noch ungenügend beforscht und verstanden. Es kann jedoch gesagt werden, dass hier eine <strong>Weiterentwicklung neoliberaler Politik</strong> stattgefunden hat (mit offenem Ausgang): Ein wesentliches Element der Wirkungs-Logik <em>post-orwellianischen bottom up visibility</em> ist die <strong>Implementierung einer Form von Selbst-Regierung</strong>, die nicht vorrangig auf Überwachung setzen muss, sondern auf die Selbst-Disziplinierung von Individuen, welche nicht zuletzt aus dem Wissen resultiert, dass alles persönliche Handeln automatisch und unausweichlich personenbezogen gespeichert wird, Abweichung von der Norm entweder irrational oder schlicht zu teuer ist.</p>
<p><strong>Der herkömmliche Datenschutz wird zunehmend seiner Grundlagen entledigt; Aussichten auf Emanzipation liegen in den Ausgestaltungsformen</strong>, die für BürgerInnen ein Maximum an Verfügungsgewalt an sämtlichen Daten gestatten: Das würde konsequenterweise bedeuten, dass keine Transaktion mit Daten einer Person stattfinden kann, ohne dass diese die Verwendung dieser konkreten Daten zuvor authentifiziert hat.</p>
<p><em>Thesenpapier von <a href="http://cyberlaw.stanford.edu/blog/christoph-engemann" target="_blank">Christoph  Engemann</a> und <a href="http://norbert.schepers.info/" target="_blank">Norbert Schepers</a> vom November 2008 für eine interne Debatte zum Thema Demokratie, Herrschaft, Verwaltung. </em></p>
<p><em><strong><em>eGovernment-Thesen als PDF: <a rel="attachment wp-att-617" href="http://digitale-demokratie.org/2010/macht-und-verwaltung-im-postinstitutionellen-staat/0811_egovernment-thesen_engemann_schepers/">0811_eGovernment-Thesen_Engemann_Schepers</a></em></strong></em></p>

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		<title>Da fehlt doch was!</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Oct 2009 10:43:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen P.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Bürgerrechte]]></category>

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		<description><![CDATA[

&#8220;Informationsgesellschaft
11. Digitale Demokratie stärken

Die Linke wird sich für einen diskriminierungsfreien Zugang aller Menschen zur Informationsgesellschaft einsetzen, sich für die Freiheit im Internet stark machen und die demokratiegefährdende anlass- und verdachtslose Durchleuchtung der Nutzer/innen moderner Kommunikationstechniken (z.B. durch Vorratsdatenspeicherung) nicht hinnehmen.&#8221;
So oder so ähnlich könnte der 11. Absatz zum Themenbereich Netzpolitik lauten, der im Sofortprogramm der [...]]]></description>
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<p><em>&#8220;<strong>Informationsgesellschaft</strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
11. Digitale Demokratie stärken<br />
</span></em></p>
<p><em>Die Linke wird sich für einen diskriminierungsfreien Zugang aller Menschen zur Informationsgesellschaft einsetzen, sich für die Freiheit im Internet stark machen und die demokratiegefährdende anlass- und verdachtslose Durchleuchtung</em><em> der Nutzer/innen moderner Kommunikationstechniken (z.B. durch Vorratsdatenspeicherung) nicht hinnehmen.&#8221;<span id="more-518"></span></em></p>
<p>So oder so ähnlich könnte der 11. Absatz zum Themenbereich Netzpolitik lauten, der im <a href="http://www.linksfraktion.de/positionspapier_der_fraktion.php?artikel=7707238940" target="_blank">Sofortprogramm</a> der Linksfraktion im Bundestag noch fehlt. Dass es in der Linkspartei mittlerweile viele Menschen gibt, die sich in diesem Themenbereich auskennen, ist inzwischen bewiesen &#8211; nur verstärkt einbringen müssen sie sich noch.</p>

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		<title>Musterbriefe: Anfragegenerator für BKA&amp;Co</title>
		<link>http://digitale-demokratie.org/2009/musterbriefe-anfragegenerator-fur-bka-co/</link>
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		<pubDate>Fri, 02 Oct 2009 12:31:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lorenz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Bürgerrechte]]></category>

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		<description><![CDATA[

Die Datenschutzgruppe der Roten Hilfe stellt einen Anfragegenerator zur Verfügung. Damit lassen sich PDFs zum Audruck erzeugen. Diese Musterbriefe genügen den formalen Bedingungen, um bei diversen Behörden Auskunft zu erhalten, ob Daten über einen vorgehalten werden.
Im Wiki von datenschmutz.de sollen darüberhinaus Infos zu den diversen Datenbanken von &#8220;Sicherheits- und Repressionsbehörden&#8221;gesammelt werden.


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			<content:encoded><![CDATA[
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<p><img class="size-full wp-image-510 alignright" title="volkszählung" src="http://digitale-demokratie.org/wp-content/uploads/2009/10/volkszählung.png" alt="volkszählung" width="220" height="186" />Die Datenschutzgruppe der Roten Hilfe stellt einen <a href="http://www.datenschmutz.de/cgi-bin/moin.cgi/AuskunftErsuchen" target="_blank">Anfragegenerator zur Verfügung</a>. Damit lassen sich PDFs zum Audruck erzeugen. Diese Musterbriefe genügen den formalen Bedingungen, um bei diversen Behörden Auskunft zu erhalten, ob Daten über einen vorgehalten werden.</p>
<p>Im Wiki von <a href="http://www.datenschmutz.de/cgi-bin/moin.cgi/FrontPage" target="_blank">datenschmutz.de</a> sollen darüberhinaus Infos zu den diversen Datenbanken von &#8220;Sicherheits- und Repressionsbehörden&#8221;gesammelt werden.</p>

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		<title>Auf die Straße: Für Freiheit, Demokratie und gegen Zensur!</title>
		<link>http://digitale-demokratie.org/2009/auf-die-strase-fur-freiheit-demokratie-und-gegen-zensur/</link>
		<comments>http://digitale-demokratie.org/2009/auf-die-strase-fur-freiheit-demokratie-und-gegen-zensur/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2009 19:59:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Dietrich</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Bürgerrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Vorratsdatenspeicherung]]></category>

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		<description><![CDATA[


Nicht vergessen: Am Samstag, den 12. September 2009 findet in Berlin die wahrscheinlich größte Demonstration zu Bürgerrechten seit vielen Jahren statt.
”Freiheit statt Angst – Stoppt den Überwachungswahn!” ist das Motto zu dem wahrscheinlich auch dieses Jahr mehrere Tausend Menschen auf die Straße gehen werden. Treffpunkt ist um 15.00 Uhr am Potsdamer Platz in Berlin. Die  Demonstration [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p><a href="http://www.vorratsdatenspeicherung.de"><img class="alignnone size-full wp-image-472" title="Freiheit statt Angst" src="http://digitale-demokratie.org/wp-content/uploads/2009/09/Demo_berlin_120909_468x60_noanim.gif" alt="Freiheit statt Angst" width="468" height="60" /></a></p>
<p>Nicht vergessen: Am Samstag, den 12. September 2009 findet in Berlin die wahrscheinlich größte Demonstration zu Bürgerrechten seit vielen Jahren statt.</p>
<p><a href="http://www.FreiheitStattAngst.de">”Freiheit statt Angst – Stoppt den Überwachungswahn!</a>” ist das Motto zu dem wahrscheinlich auch dieses Jahr mehrere Tausend Menschen auf die Straße gehen werden. Treffpunkt ist um 15.00 Uhr am Potsdamer Platz in Berlin. Die  Demonstration ist Teil des europaweiten Aktionstages “Freedom not Fear – Freiheit statt Angst”, zu dem länderübergreifend Proteste gegen die Überwachung der Bürgerinnen und Bürger stattfinden.</p>
<p><strong>Wo</strong>: Potsdamer Platz in Berlin<br />
<strong>Wann</strong>: 12. September 2009, 15 Uhr</p>
<p>Also Genossinnen und Genossen, wir sehen uns, auf der Straße. Hier noch einmal das Video zur Mobilisierung.</p>
<p><object style="width: 540px; height: 305px;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="540" height="305" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=5595741&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" /><embed style="width: 540px; height: 305px;" type="application/x-shockwave-flash" width="540" height="305" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=5595741&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1"></embed></object></p>
<p><a href="http://vimeo.com/5595741">Freiheit statt Angst &#8211; der Trailer</a> from <a href="http://vimeo.com/wortfeld">Alexander Svensson</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<p>Die AG Digitale Demokratie unterstützt die Kernforderungen des Demonstrationsbündnisses:</p>
<ol>
<li>Überwachung abbauen</li>
<li>Evaluierung der bestehenden Überwachungsbefugnisse</li>
<li>Moratorium für neue Überwachungsbefugnisse</li>
<li>Gewährleistung der Meinungsfreiheit und des freien Meinungs- und Informationsaustauschs über das Internet</li>
</ol>
<p>Denn auch wir sind überzeugt, dass es stimmt was der Chaos Computer Club jüngst in einem <a href="http://www.ccc.de/updates/2009/demo-berlin">Aufruf zur Demo</a> betonte &#8220;<em>Demonstrieren macht sexy, verbessert die Muskulatur und schafft Möglichkeiten zur persönlichen unbelauschten Fraternisierung mit Gleichgesinnten</em>&#8220;.</p>
<p>Weitere Informationen zur Demo in diesem <a href="http://digitale-demokratie.org/2009/freiheit-statt-angst-–-bundesweite-demonstration/">Hintergrundartikel</a> sowie auf der Seite des AK Vorratsdatenspeicherung zu finden: <a href="http://www.freiheitstattangst.de/">http://www.FreiheitStattAngst.de</a></p>
<p>Ein Blick über den Tellerrand zeigt: Die Demonstration gegen Überwachung ist mittlerweile zu einem internationalen Bündnis gewachsen: International Action Day &#8220;Freedom not Fear 2009 – Stop Surveillance Mania!&#8221; on 12 September 2009</p>
<blockquote><p>A broad movement of campaigners and organizations is calling on everybody to join action against excessive surveillance by governments and businesses. On 12 September 2009, concerned people in many <a href="content/view/242/144/lang,en/#information">countries</a> will take to the streets, the motto being &#8220;Freedom not fear 2009 – Stop Surveillance Mania!&#8221;.</p></blockquote>

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		</item>
		<item>
		<title>Die zehn Gebote der Facebook-Demokratie</title>
		<link>http://digitale-demokratie.org/2009/die-zehn-gebote-der-facebook-demokratie/</link>
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		<pubDate>Mon, 06 Apr 2009 11:41:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lorenz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>

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		<description><![CDATA[


Drüben bei Mashable machte sich Ben Parr Gedanken über den demokratischen Gehalt der Facebook-Versuche, das einige Wochen zurückliegende PR-Desaster auszubügeln. Die Firma hinter dem sozialen Netzwerk Facebook hatte die Terms of Services (TOS) insofern geändert, dass die Firma die Nutzungsrechte an allen von den Usern hochgeladenen und eingegebenen Dateien erhielt. Es gab großes Gezeter und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p><img class="alignnone size-full wp-image-210" title="facebookism" src="http://digitale-demokratie.org/wp-content/uploads/2009/04/facebookism.jpg" alt="facebookism" width="450" height="297" /></p>
<p>Drüben bei Mashable machte sich Ben Parr <a href="http://mashable.com/2009/04/05/facebook-democracy/" target="_blank">Gedanken über den demokratischen Gehalt</a> der Facebook-Versuche, das einige Wochen zurückliegende PR-Desaster auszubügeln. Die Firma hinter dem sozialen Netzwerk Facebook hatte die Terms of Services (TOS) insofern geändert, dass die Firma die Nutzungsrechte an allen von den Usern hochgeladenen und eingegebenen Dateien erhielt. Es gab großes Gezeter und Facebook kehrte zu den alten TOS zurück.</p>
<p>An deren Stelle sollen nun zehn Gebote, die <a href="http://www.facebook.com/topic.php?uid=54964476066&amp;topic=7960" target="_blank">Facebook Prinzipien</a>, treten, die unter anderem folgenden Satz enthalten: &#8220;People should own their information.&#8221; Ergänzend wurde ein &#8220;<a href="Statement of Rights and Responsibilities" target="_blank">Statement of Rights and Responsibilities</a>&#8221; formuliert, das auch Art und Weise der Kontrolle an den eigenen Inhalten regelt.</p>
<p><span id="more-209"></span>Am 16. April sollen beide Dokumente überarbeitet veröffentlicht werden &#8211; rund 3.000 Kommentare hatte es dazu gegeben. <a href="http://blog.facebook.com/blog.php?post=70896562130" target="_blank">Eine Woche gibt es dann Zeit</a> mit einem extra entwickelten Tool über die Änderungsvorschläge abzustimmen. Das Quorum, die Mindestzahl der Teilnehmenden, liegt bei 30 Prozent der aktiven User, also derjenigen, die in den letzten 30 Tagen eingeloggt waren.</p>
<p>Besagter Ben Parr sieht nun in diesem Vorgehen seitens Facebook zumindest einen PR-Stunt, da es sich bei dem sozialen Netzwerk trotz bald 200 Millionen User nicht um einen Staat oder eine Nation handelt: &#8220;Das Problem ist, dass Facebook keine Motivation zeigt dem Abstimmungsergebnis zu folgen, wenn es entgegen seiner Vorstellungen lautet. Facebook ist eine Firma, keine Nation, und deren Leitung kann nicht von den Nutzern überstimmt werden. (The problem is that Facebook has no real incentive to follow through if a decision goes against its wishes.  Facebook is a company, not a nation, and its leadership cannot be voted out by the users.)&#8221;</p>
<p>Kommentare unter Parrs Beitrag fühlen sich bei Facebooks Vorgehen an ein Politbüro erinnert, das handverlesene Kommissionen einsetzt und nur innerhalb starrer Vorgaben kleine Zugeständnisse erlaubt. Anderswo wird von einem <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/facebook_managment_has_lost_it.php" target="_blank">Realitätsverlust</a> rund um die Facebook-Führung um Mark Zuckerberg gesprochen. Die sucht übrigens immer noch ein Geschäftsmodell (wie alle im Web 2.0) &#8211; und versucht es jetzt mit einer <a href="http://www.excitingcommerce.de/2009/04/webw%C3%A4hrungen-facebook-testet-virtuelle-w%C3%A4hrung.html" target="_blank">eigenen Währung</a>.</p>

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		</item>
		<item>
		<title>Einladung zur Gründung der AG Digitale Demokratie</title>
		<link>http://digitale-demokratie.org/2009/einladung-zur-grundung-der-ag-digitale-demokratie/</link>
		<comments>http://digitale-demokratie.org/2009/einladung-zur-grundung-der-ag-digitale-demokratie/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 05 Mar 2009 14:30:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktivismus]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagnenführung]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Bürgerrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Linkspartei]]></category>

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		<description><![CDATA[

Die Arbeitsgemeinschaft „Digitale Demokratie – Die Politik der Informationsgesellschaft“ will eine Leerstelle in der Linkspartei füllen.
Wir vermissen zum Thema Informationsgesellschaft bislang einen linken und progressiven Politikansatz:
•    der das Potential und Chancen der Informationstechnologie anerkennt und nutzt.
•    der Netzpolitik als eigenständiges Politikfeld versteht.
•    der Netzpolitik auch als Sozialpolitik begreift, siehe die Einführung der digitalen Gesundheitskarte und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p><img class="size-full wp-image-55 alignright" style="border: 1px solid black;" title="didi_flyer1fertig2" src="http://digitale-demokratie.org/wp-content/uploads/2009/03/didi_flyer1fertig2.jpg" alt="didi_flyer1fertig2" width="200" height="283" />Die <strong>Arbeitsgemeinschaft „Digitale Demokratie – Die Politik der Informationsgesellschaft“</strong> will eine Leerstelle in der Linkspartei füllen.</p>
<p>Wir vermissen zum Thema Informationsgesellschaft bislang einen linken und progressiven Politikansatz:</p>
<p>•    der das Potential und Chancen der Informationstechnologie anerkennt und nutzt.<br />
•    der Netzpolitik als eigenständiges Politikfeld versteht.<br />
•    der Netzpolitik auch als Sozialpolitik begreift, siehe die Einführung der digitalen Gesundheitskarte und des Jobcard-Verfahrens.<br />
•    der die Komplexität der Interessen von Akteuren – privaten NutzerInnen, Zivilgesellschaft, Politik, Wirtschaft und Staat – in diesem Bereich analysiert transparent macht und Partizipation ermöglicht.<br />
•    der die Transparenz von Daten der öffentlichen Hand nachdrücklich einfordert und diese zugänglich macht (Informationsfreiheit).<br />
•    der die Daten-Selbstbestimmung aktiv fördert und einem digitalen Überwachungsregime entgegentritt.</p>
<p><strong>Deshalb wollen wir am 16. April 2009 die „AG Digitale Demokratie – Die Politik der Informationsgesellschaft“ gründen.</strong> Wir laden dazu alle Interessierten in und außerhalb der Linkspartei ein, mit uns zusammenzuarbeiten!</p>
<p>Der Vorbereitungskreis freut sich auf Euer Kommen:<br />
<em> Lorenz Matzat, Christoph Engemann, Norbert Schepers</em><br />
Kontakt: info@digitale-demokratie.org</p>
<p><strong>Donnerstag, 16.04.2009<br />
18 Uhr, bis etwa 20.30 Uhr<br />
<a title="Anfahrt zum Haus der Demokratie und Menschenrechte" href="http://www.hausderdemokratie.de/artikel/kontakt.php4" target="_blank">Haus der Demokratie und Menschenrechte</a>, Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin</strong></p>
<p><span id="more-44"></span></p>
<p>&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p>Hier findet ihr unsere vorläufige <a href="http://das-linke.de/netz/pg/pages/view/85/" target="_blank">netzbasierte Arbeitsplattform</a> (Ergänzung vom 12.03.2009)</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p>Grundsätzliche Fragen des Gründungstreffens sind die kurz- und langfristigen Ziele der AG, sowie das Vorgehen, diese zu erreichen, des Weiteren Organisationsform und Zusammenarbeitsweise.</p>
<p><strong>Vorschläge des Vorbereitungskreises:</strong></p>
<p><em><strong>• Tätigkeitsbereiche der AG:</strong></em></p>
<p>I.    Analyse und politische Intervention</p>
<ul>
<li>Kooperation mit anderen gesellschaftlichen Akteuren</li>
<li>Politikentwicklung und –beratung, für die und mit der Linkspartei</li>
</ul>
<p>II.    Netzaktivismus und Medienkompetenz</p>
<ul>
<li>Bildung und Vermittlung, Technik- und Software-Beratung</li>
<li>Infrastruktur</li>
</ul>
<p><em><strong>• Mögliche Themen der AG:</strong></em></p>
<p>Daten-Autonomie:<br />
Netzpolitik ist Sozialpolitik: eGovernment und der „digitale Bürger“ sind Stichworte, für eine Entwicklung, die auf Durchdigitalisierung und elektronische Erfassung des Einzelnen zielt; auf europäischer Ebene sind Gesetze und Grundlagen dafür längst verfasst. Am Thema Gesundheitskarte zeigt sich exemplarisch, wie die Erfassung von und der Zugriff auf Körperdaten der Individuen in staatliche Datenbanken vollzogen wird. Dagegen gehört die vollständige Kontrolle der individuellen Personendaten ausschließlich in Hände jeder und jedes Einzelnen.</p>
<p>Teilhabe:<br />
Eine Informationsgesellschaft ist demokratisch, wenn sie Daten nicht nur bereitstellt, sondern auch nutzbar macht – Transparenz und Erschließbarkeit von möglichst allen vorhandenen Daten des Staates ist zu gewährleisten, also zugänglich und einfach auffindbar zu machen (Siehe Open Access und Open Government der Obama-Administration).</p>
<p>Eigentum und Verfügung über Inhalte:<br />
Urheberrecht, Kulturflatrate, freier Internetzugang, freies WLAN etc.</p>
<p>Open-Source: Open Hardware, Open Software.</p>
<p>Bildungspolitik: IT-Ausstattung von Schulen.</p>
<p>Mögliche Projekte:</p>
<ul>
<li>Linkes soziales Netzwerk: Einrichtung einer überparteilichen Partizipationsplattform für linke politische Arbeit.</li>
<li>Daten-Taskforce: Es braucht eine unabhängige Einrichtung, die in digitalen gesellschaftlichen Prozessen Datensicherheit untersucht – Stichworte sind „Wahlmaschinen“ und „ePass“. Eine staatliche Behörde wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationspolitik (BSI) reicht nicht.</li>
<li>Initiativen in Richtung Linkspartei: Schaffung offener Arbeitsplätze in Geschäftsstellen, Netbook-Pools für ParteiaktivistInnen.</li>
</ul>
<p><a href="http://www.facebook.com/group.php?gid=55917513733&amp;ref=mf" target="_blank">AG Digitale Demokratie bei facebook.</a></p>

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		<title>Datenschutzbeauftragter fordert Datenauszug</title>
		<link>http://digitale-demokratie.org/2008/datenschutzbeauftragter-fordert-datenauszug/</link>
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		<pubDate>Tue, 30 Dec 2008 13:59:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsdemokratie]]></category>

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		<description><![CDATA[

Datenschutzbeauftragter fordert Datenauszug für jeden Bürger
Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Schaar, fordert einen Datenauszug für jeden Bürger. «Ich halte es für eine gute Idee, dass Unternehmen und Behörden jedem Bürger unaufgefordert &#8211; vielleicht einmal pro Jahr &#8211; einen Auszug über seine jeweils gespeicherten Daten zusenden, eine Art persönlichen Datenauszug», sagte Schaar der Tageszeitung «Die Welt» [...]]]></description>
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<p><a href="http://digitale-demokratie.org/wp-content/uploads/2008/09/datenschutz.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-16" title="Datenschutz" src="http://digitale-demokratie.org/wp-content/uploads/2008/09/datenschutz.jpg" alt="Datenschutz" width="206" height="206" /></a><span style="font-weight: bold;">Datenschutzbeauftragter fordert Datenauszug für jeden Bürger</span><br />
Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Schaar, fordert einen Datenauszug für jeden Bürger. «Ich halte es für eine gute Idee, dass Unternehmen und Behörden jedem Bürger unaufgefordert &#8211; vielleicht einmal pro Jahr &#8211; einen Auszug über seine jeweils gespeicherten Daten zusenden, eine Art persönlichen Datenauszug», sagte Schaar der Tageszeitung «Die Welt» am 18.12.2008.<span id="more-39"></span><br />
Die Agentur AFP meldet weiter:</p>
<blockquote><p>Manch einer würde sich dann wundern, wie viele Daten an welchen Stellen über ihn gespeichert seien.<br />
Schaar verlangte zudem die Verankerung des Datenschutzes im Grundgesetz. &#8220;Grundrechte müssen für den Bürger nachlesbar sein. Das informationelle Selbstbestimmungsrecht gehört als Magna Charta der Informationsgesellschaft ins Grundgesetz&#8221;, sagte Schaar. Karlsruhe habe bereits 1983 im Volkszählungsurteil aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung abgeleitet.<br />
Der Super-GAU beim Datenschutz ist Schaar zufolge längst da. &#8220;Wir haben es mit einer Vielzahl von Datenmissbrauchsfällen zu tun, die in ihrer Summe den Super-GAU darstellen&#8221;, sagte Schaar dem Blatt. Die gespeicherten Daten über die Bürger seien schon so umfangreich, dass sehr weitgehende Persönlichkeitsprofile erstellt werden könnten. &#8220;Das ist keine Horrorvision für die Zukunft, sondern eine gegenwärtige Gefahr.&#8221;</p></blockquote>
<p>Das vollständige Interview mit Schaar findet sich hier bei WELT online:<br />
<a href="http://www.welt.de/politik/article2899673/Viele-geben-ihre-Daten-zu-leichtfertig-preis.html">&#8220;Viele geben ihre Daten zu leichtfertig preis&#8221;</a></p>

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		<title>Vom Ende des Datenschutzes, Teil 2</title>
		<link>http://digitale-demokratie.org/2008/vom-ende-des-datenschutzes-2/</link>
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		<pubDate>Mon, 22 Sep 2008 21:53:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsgesellschaft]]></category>
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Die These vom Ende des Datenschutzes (in seiner bisherigen Form) ist keineswegs neu: 
Bereits vor 15 Jahren hat der Datenschutzexperte Jan Kuhlmann scharfsinnige und weitsichtige Überlegungen zur Zukunft des Datenschutzes unter dem Titel Ende des Datenschutzes angestellt; zuerst veröffentlicht in: Blätter für deutsche und internationale Politik Nr. 11/1993 (S. 1333-1346). Dort war natürlich noch nicht [...]]]></description>
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<p><a href="http://digitale-demokratie.org/wp-content/uploads/2008/09/datenschutz.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-16" title="Datenschutz" src="http://digitale-demokratie.org/wp-content/uploads/2008/09/datenschutz.jpg" alt="Datenschutz" width="206" height="206" /></a><strong>Die These vom Ende des Datenschutzes (in seiner bisherigen Form) ist keineswegs neu: </strong><br />
Bereits vor 15 Jahren hat der Datenschutzexperte <a href="http://www.kuhlsite.de/" target="_blank">Jan Kuhlmann</a> scharfsinnige und weitsichtige Überlegungen zur Zukunft des Datenschutzes unter dem Titel <a href="http://www.kuhlsite.de/resour02.html" target="_blank">Ende des Datenschutzes</a> angestellt; zuerst veröffentlicht in: <a href="http://www.blaetter.de/" target="_blank">Blätter für deutsche und internationale Politik</a> Nr. 11/1993 (S. 1333-1346). Dort war natürlich noch nicht vom Web 2.0 die Rede, statt dessen wird die flächendeckende Ausbreitung von &#8220;elektronischen Kontroll- und Zuteilungssystemen&#8221; (u.a. sind deren prominentester Ausdruck die damals immer alltäglicher werdenden Smartcards aka Chipkarten) als eine Tendenz zur &#8220;sozialökologischen Rationierung&#8221; beschrieben. <span id="more-20"></span>Angesichts der Bürokratisierung aller Lebensbereiche und einer krisenhaft empfundenen Knappheit von gesellschaftlichen Ressourcen wird die flächendeckende Einführung von &#8220;computerisierten Ressourcen-Management-Systemen&#8221; zum zentralen Mittel gesellschaftlicher Regulation.</p>
<blockquote><p>Wichtig für ein solches computerisiertes Ressourcen-Management-System (CRMS) ist, daß es im herrschenden Diskurs keine moralisch legitime Opposition dagegen geben kann. Wer [zum Beispiel] Sozialleistungen mißbraucht, ist einE RechtsbrecherIn, einE SchmarotzerIn an den angespannten Staatsfinanzen. Die Logik des &#8220;CRMS&#8221; ist: Das Opfer hat Unrecht. Deshalb fehlt dem Datenschutz die moralische Legitimation. Eine systemimmanente Kritik ist fast unmöglich.</p></blockquote>
<p>Ein wesentliches Element der Logik solcher Systeme ist die Implementierung einer Form von Selbst-Regierung, die nicht vorrangig auf Überwachung setzen muss, sondern auf die Selbst-Disziplinierung von Individuen, welche nicht zuletzt aus dem Wissen resultiert, dass alles persönliche Handeln automatisch und unausweichlich personenbezogen gespeichert wird, Abweichung von der Norm entweder irrational oder schlicht zu teuer ist.</p>
<p>Die beabsichtigte flächendeckende Durchsetzung solcher Systeme blieb bisher oft hinter den ursprünglichen Planungen zurück oder wurde wegen Opportunitätsüberlegungen zurück gestellt (siehe &#8220;Asyl-Card&#8221;-Pläne Mitte der 1990er Jahre). Gleichwohl sind aus heutiger Sicht die zentralen Projekte bereits weit entwickelt und erst vor kurzem wieder in Blickfeld einer nennenswerten Öffentlichkeit gerückt: Neben dem Pilotprojekt der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gesundheitskarte" target="_blank">elektronischen Gesundheitskarte</a> sind dies die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/JobCard" target="_blank">Jobcard</a> (nun ELENA-Verfahren genannt, für die Bereiche Arbeit und Einkommen), die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Digitale_Signatur" target="_blank">digitale Signatur</a> (s.a. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Signaturgesetz_(Deutschland)" target="_blank">Signaturgesetz</a>), der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Personalausweis" target="_blank">digitale Pesonalausweis</a> sowie die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Steuer-Identifikationsnummer" target="_blank">Steuer-Identifikationsnummer</a> (womit in der BRD erstmals eine zentrale Personenkennziffer eingeführt wird). Bei den konkreten Projekten geht es auch um die Digitalisierung aller Transaktionen zwischen Staat und Bürger; Hauptfeld hierfür ist die Sozialpolitik. Die anfallenden Daten dienen dann wiederum der besseren Steuerung der Politik im technokratischen Sinne.</p>
<p>Der Artikel von Kuhlmann wurde 1994 auch für die Titelgeschichte des SPIEGEL &#8220;Der Chip-Bürger&#8221; (Nr. 47/1994) aufgegriffen und machte ihn &#8211; wie er selbstironisch <a href="http://www.kuhlsite.de/werke.htm" target="_blank">anmerkt</a> &#8211; &#8220;zum Promi für einen Tag&#8221;.</p>

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		<title>Vom Ende des Datenschutzes</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Sep 2008 18:55:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Informationsgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Bürgerrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>

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Im taz-Interview vom 19.09.08, Klassischer Datenschutz ist überholt, fordert &#8220;Trendforscher&#8221; Sven Gábor Jánszky neue Prämissen für den Datenschutz. Heutige Internetnutzung mit Online-Shopping und sozialen Netzwerken bestehe eben auch aus einem bewussten Umgang der UserInnen mit ihren Daten, die sie ganz freiwillig an vielen Stellen hinterlassen würden. Die entstehenden Datensammlungen bei den verschiedenen Unternehmen wären folglich [...]]]></description>
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<p><a href="http://digitale-demokratie.org/wp-content/uploads/2008/09/datenschutz.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-16" title="Datenschutz" src="http://digitale-demokratie.org/wp-content/uploads/2008/09/datenschutz.jpg" alt="Datenschutz" width="206" height="206" /></a>Im taz-Interview vom 19.09.08, <a href="http://www.taz.de/1/politik/schwerpunkt-ueberwachung/artikel/kommentarseite/1/klassischer-datenschutz-ist-ueberholt/kommentare/1/1/" target="_blank">Klassischer Datenschutz ist überholt</a>, fordert &#8220;Trendforscher&#8221; Sven Gábor Jánszky neue Prämissen für den Datenschutz. Heutige Internetnutzung mit Online-Shopping und sozialen Netzwerken bestehe eben auch aus einem bewussten Umgang der UserInnen mit ihren Daten, die sie ganz freiwillig an vielen Stellen hinterlassen würden. Die entstehenden Datensammlungen bei den verschiedenen Unternehmen wären folglich ganz im Sinne der KundInnen, da diese so zielgerichtete Werbung sowie Rabatte erhielten. Jánszky sieht darin eine Form von Souveränität besonders der jungen Generationen.</p>
<p>Tatsächlich ist Jánszky in Bezug auf das Ende des klassischen Datenschutz insoweit recht zu geben, als dass diesem immer mehr die politische Basis fehlt. <span id="more-15"></span> (Siehe dazu auch <a href="http://digitale-demokratie.org/2008/09/vom-ende-des-datenschutzes-2vom-ende-des-datenschutzes-2">Vom Ende des Datenschutzes, Teil 2</a>). Allerdings ist diese Argumentation eingedenk der Interessenlage dieses &#8220;Trendforschers&#8221; erwartbar bis zynisch: Schließlich leitet Jánszky eine Firma (<a href="http://www.forward2business.com/" target="_blank">forward2business</a>), die Beratung und Lobbying für Unternehmen durchführt, welche u.a. mit den Daten von KonsumentInnen ihre Geschäfte betreiben.</p>
<p>Jánszky weiter:</p>
<blockquote><p><em>Datenschutzrecht hat also seine Berechtigung &#8211; nur auf niedrigerem Niveau?</em><br />
Ja. Wobei: Die wünschenswerte Rolle der Politik sehe ich eigentlich in einem wichtigen anderen Feld. Die Wirtschaft strebt teilweise ein System an, Daten der Bürger zu analysieren, ihnen aber gleichzeitig die Handhabe zu geben, diese Daten zu kontrollieren. Solche Ideen sollte die Politik unterstützen, anstatt alle Firmen, die mit Daten arbeiten, pauschal zu verdammen.</p></blockquote>
<p>Aus Sicht dessen, was aktuell an politischen Konzepten in Bezug auf das Beschaffen, Sammeln, Auswerten und Weitergeben von Daten in wirtschaftlichen wie auch in staatlichen Bereichen geplant oder bereits realisiert wird, wäre diese Idee – wenn sie konsequent umgesetzt würde – vermutlich eine der fortschrittlichsten Datenschutzkonzeptionen, die derzeit vorstellbar sind: Dann wären sämtliche Transaktionen, die mit den Daten einer NutzerIn durchgeführt werden sollen, vorab von dieser zu authentifizieren. Kaum vorstellbar, dass Firmen wie arvato oder Google dagegen nicht Sturm laufen würden.</p>

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		<item>
		<title>Wem gehören die Einsen und Nullen?</title>
		<link>http://digitale-demokratie.org/2008/wem-gehoeren-die-einsen-und-nullen/</link>
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		<pubDate>Sat, 13 Sep 2008 20:48:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lorenz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerrechte]]></category>
		<category><![CDATA[RFID]]></category>

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Frank Hansen und Markus Beckedahl über Bürgerrechte im digitalen Zeitalter
(aus: scheinschlag 7/2004)
Seit der zunehmenden Computerisierung des Alltags bekommt die Sorge um Bürgerrechte im Internet mehr und mehr Gewicht. Wer hat welches Recht, Daten zu nutzen? Staatliche Behörden haben im Netz hauptsächlich Interesse daran, Kontrolle über den Datenverkehr auszuüben. Also wer wann mit wem kommuniziert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p><!-- Hauptspalte --> <!-- Start Text --></p>
<div>
<h3><a href="http://www.scheinschlag.de/archiv/2004/07_2004/texte/30.html" target="_blank"></a>Frank Hansen und Markus Beckedahl über Bürgerrechte im digitalen Zeitalter</h3>
<p>(aus: <a href="http://www.scheinschlag.de/archiv/2004/07_2004/texte/30.html" target="_blank">scheinschlag 7/2004)</a></p>
<p><em>Seit der zunehmenden Computerisierung des Alltags bekommt die Sorge um Bürgerrechte im Internet mehr und mehr Gewicht. Wer hat welches Recht, Daten zu nutzen? Staatliche Behörden haben im Netz hauptsächlich Interesse daran, Kontrolle über den Datenverkehr auszuüben. Also wer wann mit wem kommuniziert (z.B. „Terrorismus&#8221;) oder sich für welchen Internet-Inhalt interessiert (z.B. Kinderpornographie).</em></p>
<p><em>Den Firmen, die Musik, Filme oder Software produzieren, ist die „Anarchie&#8221; im Internet aus anderem Grund ein Graus. Der Umstand, daß Daten verlustfrei beliebig oft kopierbar sind, läßt Millionen Nutzer und Nutzerinnen fröhlich Daten tauschen (Filesharing). Bis zu fünf Jahre Haft können dafür nun drohen, so viel wie für das Herbeiführen einer nuklearen Explosion (StGB § 328, Abs. 2, Nr. 3).</em></p>
<p><em>Das Digital Rights Management (DRM) soll Filesharing verhindern. DRM soll ermöglichen, daß jedem Rechner und jeder Datei, wie Musik, Film oder Software, eine individuelle und unlöschbare Identifikation zugeteilt wird. </em></p>
<p><em>In der greifbaren Welt geht die Entwicklung der RFID-Chips (Radio Frequency Identification) in die gleiche Richtung: Jedes Produkt, ob Milchpackung oder Bohrmaschine, soll anstelle eines Strichcodes mit einem kleinen RFID-Chip ausgestattet werden, der über einige Meter seine individuelle Seriennummer und Informationen senden kann. So droht in zwei, drei Jahren eine lückenlose Kontrolle von Produkten, aber auch von deren Käufern durch kaum auffindbare Lesegeräte.</em></p>
<p><em>Die „stiftung bridge&#8221; unterstützt Initiativen, die zu Bürgerrechten in digitalen Gesellschaften arbeiten. Sie agiert unter dem Dach der Bewegungsstiftung, die vor zwei Jahren aus dem Umfeld von attac in Verden, Niedersachsen, gegründet wurde.</em></p>
<p><em>Ein Gespräch mit Frank Hansen, Gründungstifter der stiftung brigde und Markus Beckedahl, Vorsitzender des Netzwerk Neue Medien und Mitarbeiter in der attac AG Wissensallmende. </em></p>
<p><strong>Die stiftung bridge fördert die AG Wissensallmende, um die Idee einer sogenannten Musik-Flatrate bekannt zu machen. Worum geht es?</strong></p>
<p>Beckedahl: Die Musik-Flatrate soll dem DRM-System der Industrie als Alternative entgegengesetzt werden. Es geht darum, wie zukünftig digitale Güter über das Internet vertrieben werden sollen, wie Verbraucherrechte geschützt werden können. Denn auch mit wenig Kontrolle können Künstler kompensiert werden.</p>
<p><strong>Müßte dafür nicht eine neue Behörde geschaffen werden?</strong></p>
<p>Beckedahl: Es gibt da verschiedene Lösungsmöglichkeiten. Bei der Musik- oder Content-Flatrate gibt es z.B. das Modell einer freiwilligen Abgabe, einer Art Ablaßhandel. Also ich zahle fünf Euro im Monat, und dafür darf ich nicht verklagt werden. Man könnte das Ganze staatlich machen, nach dem Beispiel der Musik-Verwertungsgesellschaft GEMA, also mit einer Pauschalabgabe. Wenn man mal zusammenrechnet, was der gesamte Umsatz der Musik- und Filmindustrie inklusive ihrer proklamierten Verluste ist, kommt man zumindest in Amerika auf fünf Dollar im Monat, die jeder zahlen müßte.</p>
<p><strong>Wird die Politik und Industrie nicht mit Verweisen auf Angebote, wie „i-tunes&#8221; von Apple, eure Forderung abtun? Dort kann man ja schon heute gegen Entgelt Musik runterladen.</strong></p>
<p>Beckedahl: Es geht um mehr. Die Industrie will ja im Rahmen von DRM ein System durchsetzen, in dem jeder Nutzer einen sogenannten „vertrauenswürdigen&#8221; Chip in jedem Computer und Gerät sitzen haben muß, der „nach Hause telefoniert&#8221; und z.B. bei Microsoft nachfragt, ob eine Datei rechtmäßig erworben wurde. Da würde ein riesiger Berg an Daten des persönlichen Medienkonsums angehäuft. Und wir haben die Situation, daß Millionen Menschen Filesharing betreiben. Sie agieren in einem Schwarzmarkt und sind nicht bereit, bei Apple oder Sony Musik herunterzuladen. Sie sind zunehmend von drohenden Sanktionsmaßnahmen durch Strafverfolgung betroffen. Vor allem glauben wir aber auch, daß unser Modell besser für die Künstler ist. Weil sie mehr Kompensation bekommen würden.</p>
<p>Hansen: Es geht um Selbstbestimmung in der Verbreitung und Nutzung von Informationen, ein ganz hartes Thema; Datenschutz ­ wer legt Datenschutzbestimmungen fest, Konzerne oder Gesetzgeber? Und es geht um die Kompensation für die Urheber. Bei den zukünftigen Modellen der Industrie sieht es mit Kompensation für die Künstler genauso aus wie bei den bisherigen: sehr schlecht.</p>
<p><strong>Informationelle Selbstbestimmung ist auch das Thema, um das es sich bei der Kritik an den RFID-Chips dreht. Die stiftung bridge unterstützt den FoeBud e.V., der ein kleines, kostengünstiges Gerät entwickelt, um diese Chips aufspüren zu können. Warum? </strong></p>
<p>Hansen: Hauptzweck ist natürlich nicht, dieses Gerät zu bauen. Das kann man mittlerweile ja auch selber mit einem Bastel-Kit. Sinn und Zweck, den „Data Privatizier&#8221; schon zum zweiten Mal zu unterstützen, ist, daß der FoeBud e.V. zum Thema arbeiten kann. So ein Gadget ist eine gute Möglichkeit für Leute, sich auf spielerische Art mit dem Thema zu beschäftigen.</p>
<p><strong>Die Befürchtung bei RFID-Chips ist, daß über sie Kontrolle ausgeübt werden kann. Ein konservativer Mensch würde fragen: Wo ist das Problem, wer nichts zu verbergen hat, muß auch Kontrolle nicht fürchten.</strong></p>
<p>Hansen: Wenn Leute genügend über mich wissen, werde ich irgendwann anfangen, mein Verhalten anzupassen, weil ich ja weiß, was sie über mich wissen. Das definiere ich als Ende der Freiheit. Auch die Konservativen werden anfangen, Zeter und Mordio zu schreien, wenn durch RFID-Chips von ihnen Käuferprofile erstellt werden. Denn es geht darum, aufgrund des persönlichen Profils, also aus einem Single oder einer Familienmutter mit drei Kindern, das Maximale rauszuholen, nämlich, was er oder sie bereit ist zu zahlen. Aufgrund der gesammelten Lebensumstände und seines Konsumverhaltens wird je nach Kaufverhalten ein unterschiedlicher Preis angeboten werden. RFID ist eine wunderbare Sache, um hinter den Kulissen den Handel abzuwickeln. Es wird dann erst zum Albtraum, wenn der Chip über die Ladentheke und damit nach Hause geht und die Informationen nicht zerstört werden.</p>
<p><strong>Was sind eure Forderungen?</strong></p>
<p>Beckedahl: Keine Verbindung von Payback-Karten und Kaufverhalten. Im Geschäftsbereich ist RFID kein Problem, aber sobald Konsumenten ins Spiel kommen, muß klare Kennzeichnungspflicht da sein, und spätestens an der Kasse müssen die Daten auf den Chips kaputtgemacht werden. Die Verkäufer werden die RFID-Chips als Service anpreisen, ähnlich den Vielfliegerkarten der Fluggesellschaften, die nebenbei selbstverständlich alle Flugdaten gespeichert halten. Die werden bislang gut angenommen&#8230;</p>
<p>Hansen: Ich weiß nicht, ob die Leute das so gut angenommen hätten, wenn sie gewußt hätten, was mit ihren Daten angestellt wird. Auch bei den Payback-Karten hat sich ja herausgestellt, daß zum Teil datenschutzwidrig mit persönlichen Daten hantiert wurde. Letztlich ist es aber ein Witz, wie bereitwillig<br />
die Leute für 0,1 Prozent Rabatt ihre Großmutter verkaufen.</p>
<p><strong>Inwiefern siehst du das Streiten für Bürgerrechte im Netz als Teil einer sozialen Bewegung?</strong></p>
<p>Hansen: Das Problem an der ganzen Sache ist, daß der Zusammenhang zwischen Sicherheits- und Informationspolitik einerseits und Bürgerrechten andererseits bei den Leuten ankommen muß. Beim Beispiel Umweltschutz war es den Leuten anfangs auch nicht bekannt, daß ihre Kaufentscheidung möglicherweise Auswirkungen auf die ganze Welt hat und letztlich damit wieder auf sie. Insofern stehen wir ganz am Anfang.</p>
<p><strong>Ist es nicht so, daß im Bereich Bürgerrechte und Freiheit meist die Befürworter von Kontrolle und Überwachung am Ruder sind?</strong></p>
<p>Hansen: Das waren sie schon immer, es war schon immer ein Hase-und-Igel-Rennen. Soziale Bewegungen werden nie in die Verlegenheit kommen, „stärker zu sein&#8221;; es ist immer ein Abwehren des noch Schlimmeren. Damit muß man sich abfinden, aber es so gut wie möglich machen. Ich merke gerade auch, je dreckiger es den Leuten geht, wenn sie persönlich betroffen sind, desto mehr scheint der Leidensdruck tatsächlich Aktionismus zu verursachen.</p>
<p><strong>Sind in einer Waren- und Konsumgesellschaft Bürgerrechte nicht störend für eine „freie&#8221; Marktwirtschaft?</strong></p>
<p>Hansen: Ich bin der Meinung, die Firmen handeln völlig vernünftig, denn sie handeln so, daß es den einzelnen Firmen gut geht. Und Oligopol- und Monopolbildung ist da eine logische Konsequenz. Und natürlich sind Bürgerrechte keine Sache, die Firmen interessieren. Insofern ist es eine Frage der Organisation des Marktes. In Deutschland und anderen europäischen Ländern haben wir den Versuch einer sozialen Marktwirtschaft, sprich Politik regelt Markt. Im Augenblick ist es so, daß bald nur noch Markt Politik regelt. Markt an sich, meine ich, ist demokratiefeindlich.</p>
<p>Beckedahl: Ich würde da zustimmen, aber schon sagen, daß es Hoffnung gibt, nämlich die junge Generation. Die als erste das Internet zur Verfügung hat und daraus etwas machen wird. Und zwar etwas anderes, als die 50- oder 60-jährigen Konzernchefs oder Politiker. Für die ist das Internet auf die Welt gekommen wie früher das Farbfernsehen. Die können sich überhaupt nicht richtig vorstellen, was man damit machen kann. Ich bin ja mit 27 Jahren auch schon fast zu alt dafür, aber die jungen Leute, die mit den Möglichkeiten des Internets aufwachsen, die Freiheit haben, ein offenes System wie Linux zu nutzen ­ was die damit in den nächsten ein, zwei Generationen alles anstellen können, das gibt mir Hoffnung.</p>
<p align="right">Interview: <span class="autor">Lorenz Matzat</span></p>
<p><em>stiftung bridge: www.bridge-ideas.de, AG Wissensallmende: www.attac.de/wissensallmende, Netzwerk Neue Medien: www.nnm-ev.de, Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs e.V: www.foebud.org</em></p>
</div>

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