
Drüben bei Mashable machte sich Ben Parr Gedanken über den demokratischen Gehalt der Facebook-Versuche, das einige Wochen zurückliegende PR-Desaster auszubügeln. Die Firma hinter dem sozialen Netzwerk Facebook hatte die Terms of Services (TOS) insofern geändert, dass die Firma die Nutzungsrechte an allen von den Usern hochgeladenen und eingegebenen Dateien erhielt. Es gab großes Gezeter und Facebook kehrte zu den alten TOS zurück.
An deren Stelle sollen nun zehn Gebote, die Facebook Prinzipien, treten, die unter anderem folgenden Satz enthalten: “People should own their information.” Ergänzend wurde ein “Statement of Rights and Responsibilities” formuliert, das auch Art und Weise der Kontrolle an den eigenen Inhalten regelt.
Am 16. April sollen beide Dokumente überarbeitet veröffentlicht werden – rund 3.000 Kommentare hatte es dazu gegeben. Eine Woche gibt es dann Zeit mit einem extra entwickelten Tool über die Änderungsvorschläge abzustimmen. Das Quorum, die Mindestzahl der Teilnehmenden, liegt bei 30 Prozent der aktiven User, also derjenigen, die in den letzten 30 Tagen eingeloggt waren.
Besagter Ben Parr sieht nun in diesem Vorgehen seitens Facebook zumindest einen PR-Stunt, da es sich bei dem sozialen Netzwerk trotz bald 200 Millionen User nicht um einen Staat oder eine Nation handelt: “Das Problem ist, dass Facebook keine Motivation zeigt dem Abstimmungsergebnis zu folgen, wenn es entgegen seiner Vorstellungen lautet. Facebook ist eine Firma, keine Nation, und deren Leitung kann nicht von den Nutzern überstimmt werden. (The problem is that Facebook has no real incentive to follow through if a decision goes against its wishes. Facebook is a company, not a nation, and its leadership cannot be voted out by the users.)”
Kommentare unter Parrs Beitrag fühlen sich bei Facebooks Vorgehen an ein Politbüro erinnert, das handverlesene Kommissionen einsetzt und nur innerhalb starrer Vorgaben kleine Zugeständnisse erlaubt. Anderswo wird von einem Realitätsverlust rund um die Facebook-Führung um Mark Zuckerberg gesprochen. Die sucht übrigens immer noch ein Geschäftsmodell (wie alle im Web 2.0) – und versucht es jetzt mit einer eigenen Währung.

