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Obama lässt in Videospiel werben

Ein Rennspiel in dem es ordentlich kracht, aber aus Jugendschutzgründen niemand hinter dem Steuer sitzt und keine Personen vorkommen: Bei Burnout Paradise rasen die Boliden durch eine menschenleere Stadt. Die sitzen vor dem Bildschirm einer Xbox360 Konsole – das sind in den USA immerhin einige Millionen potentielle Zuschauer – und werden dort neuerdings von den Billboards herab vom Präsidentschaftskandidat der Demokraten angelächelt.

Klar, Obamas Kampagnenmacher sind generell nah dran an der aktuellen Medienkultur und nutzen nun auch den Trend zur Ingame-Werbung. Und man kann lange darüber diskutieren, ob jemand in einem Rennspiel, in dem pfeilschnell über Straßen gerauscht wird, Zeit zum Werbung anschauen hat. Doch in Gamer-Kreisen wird diese Art der Kampagne aus anderen Gründen kritisiert: So erinnert die Website GamePolitics daran, dass Obama eine eher konservative Haltung gebenüber Bildschirmspielen an den Tag legt. UPDATE: McCain verzichtete laut Seattle Times auf das Angebot der Microsoft Agentur “Massive”, Werbung zu schalten.

Der Wahlkampf hat jedenfalls das Medium Spiel erreicht: Dieser Tage erscheint “Saints Row 2″; es ist offentsichtlich ein von der umstrittenen GTA-Reihe inspiriertes Gangsterspiel – in einem Werbetrailer waren die beiden US-Präsidentschaftskandidaten bewaffnet Seite an Seite zu sehen.

Nun, in Deutschland werden Computerspiele von der Mehrheit als böse empfunden; Politiker werden sich hüten, außer mit markigen Sprüchen dagegen aufzufallen. Obowhl das schon einmal anders war: 1998 verteilte die PDS, heute Linkspartei, im Bundestagswahlkampf ein Grafik-Adventure namens “Captain Gysi und das Raumschiff Bonn” -hier steht es noch zum Download (benötigt wird dafür die kostenlose Software DosBox).

Gibt es andere Beispiele für den Einsatz von Spielen in deutschen Wahlkämpfen?

One Trackback

  1. [...] daran, dass Obama eher eine konservative Haltung zu Videospielen hat, so gelesen beim Weblog Digitale Demokratie. Dort ist auch zu lesen, dass McCain laut Seattle Times auf das Angebot der Microsoft Agentur [...]

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